60. Gesamtkonferenz der ev. Militärseelsorge

17. März 2015

Die diesjährige Gesamtkonferenz der ev. Militärseelsorge fand vom 09.–13.03.2015 unter dem Thema „Heimat: östlich von Eden – unstet und flüchtig“ in der Fortbildungstätte des Rheinisch/Westfälischen Genossenschaftsverbandes in Rösrath-Forsbach (östlich von Köln) statt.

Dort wurden die geladenen Gäste – auch der Arbeitskreis Soldaten – am Dienstagabend herzlich willkommen geheißen, während die Militärpfarrer sich schon zuvor zu internen Berichten und Aussprachen getroffen hatten.

Am Mittwoch wurden wir mit einem biblisch fundierten Vortrag über „Heimat in biblisch-theologischer Perspektive“ tiefer in die Thematik eingeführt. Hier wurde sehr deutlich, dass wir auch von Traditionen, Sitten und Brauchtum mit geprägt sind. Diese Prägungen können dann in Belastungs- oder Extremsituationen „Heimat“ zumindest teilweise ersetzen, z.B. Weihnachtmärkte und -gottesdienste in den Feldlagern zur Advents- und Weinachtszeit, Oktoberfeste im nichtreligiösen Bereich usw.. Der anschließende Beitrag zur Frage „Religiösität als Heimat? Heimatbegriff in Islam und Christentum“ brachte einige überraschende Informationen zum Islam, aber auch ein Hinterfragen der eigenen religösen Indentität. Als Fazit des Vormittags konnte man die Aussage treffen: „Heimat ist da, wo ich getragen werde“.

Die angebotenen Exkursionen am Nachmittag zu Radio Andernach, Melatenfriedhof Köln, Haus der Geschichte Bonn, Regierungsbunker Ahrweiler und des MedEvac-Flugzeuges der Bw auf dem nahegelegen Flughafen Köln-Bonn rundeten diese Vorträge ab. Leider konnte man nur an einer Besichtigung teilnehmen, was aber durch den Erfahrungsaustausch der einzelnen Teilnehmer etwas ausgeglichen wurde.

Die Workshops am Donnerstagmorgen und -nachmittag vertieften diese   Themen. Der Workshop: „Meine Heimat, deine Heimat, unsere Heimat“? 

- Verlust von Heimat im Militärischen und im Privaten: ergab, dass durch ständige Versetzungen, Kommandierungen und Einsätze, aber auch ebenso durch wechselnde Vorgaben von Seiten der Politik und Fernbeziehungen in den Familien, verstärkt Entfremdung und Entwurzelung oder aber die Flucht in Ersatzheimaten wie z.B. virtuelle Scheinwelten drohen. Hier müssen dringend noch mehr verstärkende Hilfen und Unterstützungen, nicht alleine, aber auch durch die Seelsorge geboten werden. 

Am Spätnachmittag ging es dann mit einem beeindruckenden und gesegneten Festgottesdienst im „Altenberger Dom“ bei Odenthal weiter. Militärbischof Dr. Rink predigte hier über Heimat und Heimataufgabe im Zusammenhang mit dem Buch Ruth Kap. 1. Der Gottesdienst wurde von dem Bläserquintett des Luftwaffenmusikkorps Münster und der wunderschönen Orgel, verstärkt durch die tolle Akkustik der alten Zisterzienserabtei, würdevoll musikalisch umrahmt.

Das anschließende festliche Abendessen wurde nach den obligatorischen Festreden dann bis zum frühen Morgen von den Konferenzteilnehmern zum Erfahrungsaustausch genutzt. Der CoV und dem AKS wurde hierbei ausdrücklich für die Unterstützung der Militärseelsorge gedankt.

Weiterführende Informationen können auch über die Verlinkung zur ev. Militärseelsorge >Startseite>Service>Gesamtkonferenz>Gesamtkonferenz 2015 eingesehen werden.

Ernst-Udo Dickes