Getragen durch Gebet
Kosovo - 2009
Als ich die Militärmaschine nach Pristina bestieg, um meinen sechsmonatigen Einsatz im Kosovo anzutreten, war das schon mit einer gewissen Besorgnis verbunden.
Was kommt da im HQ KFOR als Chief J5 Policy auf mich zu? Wie werde ich die lange Trennung von der Familie ausgleichen können? Wird meine Frau die zusätzliche Verantwortung zu Hause verkraften? Fragen, die insbesondere ohne vorherige Einsatzerfahrung zunächst unbeantwortet im Raum stehen. In dieser Lage fand ich es sehr beruhigend, einen Gebetskreis von Freunden hinter mir zu wissen, der diese Situation ganz persönlich vor Gott bringen und im Gebet für uns eintreten wollte. War es hilfreich?
Kann ich diese Unterstützung uneingeschränkt weiterempfehlen?
Ja, unbedingt – die Anlässe, derenthalben „alarmiert“ wurde, hätten sicherlich für einige Einsätze ausgereicht:
- die Mitarbeit in der Soldatengemeinde vor Ort und Ausgestaltung von internationalen Oster- und Pfingstgottesdiensten,
- die zweimonatige Vertretung als Chief J5 in der entscheidenden Projektphase meines eigentlichen Aufgabenbereichs,
- ein längerer „Durchhänger“ im Juli,als die Zeit partout nicht rumgehen wollte,mehrere Dienstreisen zur NATO und Präsentation eigener Arbeitsergebnisse,
- der plötzlicher Tod eines guten Kameraden aus der Soldatengemeinde nach seiner Rückkehr aus dem Einsatzland.
In all diesem Erlebten war es immer wieder ermutigend, dies als Anliegen zu adressieren und über den Gebetskreis daraus Zuspruch, Segen und Wegweisung zu erfahren. Ganz zu schweigen von der Bewahrung vor Unfällen auf allen meinen Wegen. Und dass wir als Ehepaar diese kritische Zeit schadlos überstanden haben, ist sicher auch keine Selbstverständlichkeit und Grund zur Dankbarkeit gegenüber allen treuen Betern.
Dies aufzugreifen und anzubieten ist eines der Anliegen des AK-Soldaten. Wo immer sich Bedarf durch anstehende Einsätze abzeichnet, möchte er dazu ermutigen, diesen auch anzumelden. Erst recht in Verwendungen, wo man keinen Routinezugriff auf dienstliche Kommunikationsmittel hat – gerade da ist die Gefahr, „vergessen“ zu werden hoch. Gott selbst hat uns zugesichert, dass unsere Gebete nicht umsonst sind – sollten wir ihn da nicht beim Wort nehmen?
Rainer Schmidt, Oberstleutnant


