Vorbemerkung

In dieser Frage eine wirklich begründete Entscheidung zu treffen, ist nicht einfach. Überzeugende Lösungen und gute Antworten sind in der frommen Szene ziemlich selten zu hören. Viele beantworten die Frage aus ihrer ideologischen Sicht, und oft beherrschen billige gegenseitige Unterstellungen das Feld.
Es gibt keine schnellen Antworten in dieser Frage.
Wer weiß, wie schwierig eine verantwortliche Entscheidung ist, der müsste eigentlich ein bisschen mehr Respekt und Gemeinsamkeit mit der anderen Seite der Diskussion entwickeln! Hier sind wir als Christen gefordert, Vorbild zu sein, wie wir miteinander umgehen!
Bei aller möglicher kontroverser Meinung zu diesem Thema sollte man folgendes nicht außer acht lassen:
Die moralische Anerkennung des anderen fordert keineswegs, dass man dessen Entscheidung als richtig anerkennt. Sie fordert nur, die unterschiedliche Entscheidung des Gegenübers nicht als Zeichen unmoralischer Gesinnung zu deuten und zu verurteilen. Jeder hat die politischen Konsequenzen seines Handelns zu bedenken.
»Nicht jeder muss dasselbe tun, aber jeder muss wissen, was er tut.« (These II der Heidelberger Thesen von 1959).
 

Grundsätzliches

Wir leben heute in Deutschland in einem Staat, der in der Präambel zum Grundgesetz von seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen spricht. Im Grundgesetz sind die Grundrechte der Bürger dieses Staates festgelegt.
In Artikel 4 ist die Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit festgelegt.
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2)...
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland macht die Würde und Einzigartigkeit seiner Staatsbürger unter anderem an der Unverletzlichkeit des Gewissens fest. Darum heißt es in Absatz 3:
(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.
Der Artikel 12 des Grundgesetzes regelt die Wehr- und Dienstpflicht:
(1) Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden.
(2) Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden. (...) Das Nähere regelt ein Gesetz ...

Die Frage, wie ein Christ sich zum Wehrdienst verhalten soll, wird vielfach sehr kontrovers und emotionsgeladen geführt. Woran soll ein Christ sich orientieren? Worauf soll er seine Entscheidungen gründen?
Ein Christ wird sich zuerst an Gottes Willen zu orientieren versuchen, so wie er ihn aus der Bibel erkennen kann. Dabei ist neben dem Alten Testament besonders die Botschaft des Neuen Testamentes zu berücksichtigen.
Doch auch damit ist eine Entscheidung nicht einfach zu finden. Diejenigen, die jede Gewaltanwendung (auch die staatliche) verwerfen, berufen sich ebenso auf das Neue Testament wie diejenigen, die eine Gewaltanwendung für unvermeidbar halten und diese dem Staat zugestehen. Andere sind der Meinung, dass das Neue Testament keine eindeutige Stellungnahme in dieser Frage gibt und man daher andere Entscheidungshilfen heranziehen müsse.
Grundlage dieser Arbeit und jedes Gesprächs muss sein, dass wir die Bibel als offenbartes Wort Gottes und als Wahrheit anerkennen.

a. Maßstab für meine Entscheidung

Wer sich als Christ zu entscheiden hat, Wehrdienst zu leisten oder den Wehrdienst zu verweigern, muss vor dieser Gewissensentscheidung - um eine solche handelt es sich in beiden Fällen - vor allem danach fragen, was Gott von ihm will. Was Gottes Wille für den Christen ist, sagt in erster Linie das Wort Gottes. Deshalb ist zuerst die Bibel die Richtschnur für sein Gewissen und seine Entscheidungen-

1. Das fünfte Gebot

Das fünfte Gebot »Du sollst nicht töten« (2. Mose 20,13) ist ein Schutzgebot, d. h. hier wird nicht generell der Gebrauch der Waffe verboten, sondern ihr Einsatz auf ein positives Ziel gerichtet (vgl. dazu die Rechtsordnung »Todesstrafe« 2. Mose 21,12 ff).
Es geht um den Erhalt des Lebens in einer lebens- wie friedensfähigen Ordnung. So gesehen kann das fünfte Gebot auch so formuliert werden: »Du sollst Leben bewahren«.
Hinzu kommt die Bedeutung des hebräischen Wortes härag = töten. Nach dem Urtext ist die Bedeutung dieses Wortes »morden - heimtückisch, hinterlistig und gemein«. Die Bibel unterscheidet - wie auch das heutige Strafgesetzbuch - zwischen Tötung im Kampf (2. Sam 2,12 - 32; V. 23: Asael wird im Kampf getötet) und hinterhältigem Mord (vgl. 2. Sam 3,22-39; V.2/: Blutrache).
Ein einzelner Mensch hat nicht das Recht, über das Leben eines anderen Menschen zu verfügen. Das gilt für jedes Alter und zu jeder Zeit (ungeborenes Leben und Sterbehilfe!).
Die Tötung eines Menschen kann aber auch durch unterlassene Hilfeleistung oder durch den aktiven Einsatz für das Leben anderer geschehen. Der Schutz des Lebens ist Sache des einzelnen und der Gemeinschaft. Wer sich aber am Leben anderer vergreift, kann dabei selbst sein Leben verlieren. Die Entscheidung über Leben und Tod ist der Verfügung des einzelnen entzogen (gegen die damals übliche Blutrache). Sie ist der staatlichen Autorität zugeordnet. Der Verlust des Lebens ist damit nach dem Alten Testament eine Entscheidung durch eine von Gott gewollte staatliche Autorität, die von ihr verfügt und auch vor Gott verantwortet wird. Deshalb finden wir im Alten Testament auch die Todesstrafe.
Jesus erweitert das fünfte Gebot: Wer jemand anderen in der Seele verletzt, wer jemand anderen in seinem Selbstwertgefühl herabsetzt oder verletzt, wer jemand anderem sein Existenzrecht, sein Menschsein abspricht, der macht sich schon schuldig im Sinne des Tötens (Mt 5,21-22).
Gottes Gebot schützt den Menschen in seiner Ganzheit (Leib, Seele und Geist). Der ganze Mensch ist von Gott geliebt und soll nicht verletzt werden.
Deshalb finden wir hier auch einen Hinweis auf die Ursachen von Feindschaft und Krieg. Sie liegen im Ungehorsam Gott gegenüber, in der Gott-Losigkeit des Menschen und in allem, was in seinem Herzen geschieht. Hier nennt die Bibel Hass, Neid, Habgier, Streitlust, Unfrieden, Rechthaberei, Richtgeist, Lieblosigkeit und anderes.
Das fünfte Gebot setzt an dieser Stelle an. Daraus ergibt sich für Christen auch die Frage: Wie gehen wir miteinander um? Welchen Ton gebrauchen wir - auch in der Diskussion Wehr- oder Zivildienst?

2. Die Schwertworte

Bei allen Bibelstellen ist immer der Zusammenhang zu beachten. Aus dem Zusammenhang gerissen, verlieren diese Stellen völlig ihren Sinn.
So ist es auch mit den Worten des Propheten Jesaja (Jes 2,4; vgl. auch Mi 4, i - 5). Hier sagt der Prophet im Namen Gottes etwas über das endzeitliche Friedensreich, das kommen wird (Jes 2,2-3).
Am Ende der Zeit, wenn Jesus wiederkommt, wird dies geschehen. Dieses Geschehen liegt allein in Gottes Hand und ist dem Menschen nicht verfügbar. Erst wenn Jesus wiederkommt, wird ewiger Friede sein - nicht vorher.
Wie Bibelworte ihren Sinn verlieren, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen werden, machen die Worte des Propheten Joel deutlich (Joel 4,9-10). Sie haben eine genau umgekehrte Aussage zu Jesaja und Micha: »Macht aus euren Pflugscharen Schwerter und aus euren Sicheln Spieße!«
Im Neuen Testament finden wir einige Aussagen Jesu zum Gebrauch des Schwertes (Mt 10,34 und Lk 22,36). Jesus stellt fest: »Wer mir nachfolgt, erntet Kampf und Feindschaft.« Jesus will seine Jünger auf kommende schwere Zeiten vorbereiten.
Aus dem Bericht über die Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane (Mt 26,52-54) geht hervor, dass die Jünger Jesu bewaffnet waren! Hier sagt Jesus klar und deutlich, dass das Schwert seinen Ort hat. Es soll jedoch nicht eingesetzt werden, wenn es um die Erlösung der Welt von der Macht der Sünde geht. Darum geht es in diesem Text nicht um die Abschaffung von Waffen, sondern um die Erlösung der Welt, den Frieden zwischen Gott und den Menschen - und der ist nicht mit dem Schwert zu bekommen, sondern nur durch Jesu Sterben und Auferstehen. Wer aber in weltlichen Dingen zum Schwert greift, muss wissen, dass er dabei sein Leben verlieren kann.

3. Die Feindesliebe

Jesus spricht hier in der Bergpredigt (Mt 5,43-44) nicht von einem potentiellen politischen oder militärischen Gegner. Jesus redet immer konkret und nicht im Blick auf einen eventuellen Feind. Wenn er das sagt, dann meint er die Menschen, die er vor sich hat. Gemeint ist zuerst der Mensch, der mir zu schaffen macht, feindlich gesinnt ist - der ganz persönliche Gegner (Beispiele: Streit und Hass in Familien, Vorwärtskommen im Beruf, Nachbarn, Erbschaftsstreit, Verkehrsverhalten). Jesus sagt damit: Lass dich auf das Prinzip der Feindschaft, das der andere dir aufdrängen will, nicht ein.
Die Liebe Gottes soll mich bestimmen. Das kann aber nicht heißen, dass der Christ keine Feinde (wer auch immer) hat. Es kann aber bedeuten, um der Liebe willen leiden zu müssen, ja sogar das Leben zu wagen.

4. Soldaten im Neuen Testament

Das Neue Testament berichtet an einigen Stellen von Soldaten. Unter dem Kreuz standen Soldaten, die von Jesus nicht verworfen wurden. Es waren die Kriegsknechte, die ihn kreuzigten und dann um sein Gewand das Los warfen. Auch wird mehrfach berichtet, dass die Geißelung und Kreuzigung durch Kriegsknechte ausgeführt wurden. Schließlich waren Soldaten auch zur Grabeswache bestellt.
Vergleiche: Markus 15,16.24; Matthäus 27,27.35; Johannes 19,2.23; Matthäus 28,4.12.
Das waren zweifellos alles Männer, die den Kriegsdienst als Handwerk betrieben. Sie wurden dennoch von Jesus nicht verworfen.
Jesus hält es also durchaus für möglich, dass auch solche Berufssoldaten errettet werden. Der Kriegsdienst als solcher war daher offenbar auch kein Hindernis für den Einlass in das Reich Gottes.
Die Bibel zeigt uns sogar noch etwas anderes: Der Hauptmann, der mit der Hinrichtung Jesu beauftragt war, ist angesichts des Kreuzestodes gläubig geworden. Nach Matthäus sind auch die Soldaten zu der gleichen Erkenntnis gekommen.
Vergleiche: Lukas 23,47; Markus 15,39; Matthäus 27,54. Es wird aber nicht berichtet, dass der Hauptmann oder diese Soldaten nachdem sie zum Glauben kamen, ihren Soldatenberuf aufgegeben hätten.
Dasselbe gilt auch für die anderen im Neuen Testament erwähnten Soldaten:
Die »Standesrede« (Lk 3,14); der Hauptmann von Kapernaum (Mt 8,5-13; Lk 7,2-10), dessen Glaube durch Jesus hervorgehoben wird.
Der Hauptmann Kornelius (Apg 10, 1ff): Hier wird von der Taufe des Kornelius berichtet. Damit sind Soldaten Mitglieder der ersten christlichen Gemeinden.
Der Kerkermeister zu Philipp! (Apg 16,31). Soldaten sind schon zur Zeit Jesu »Vorbild im Glauben«, und der erste »Heidenchrist« (d. h. Christ außerhalb des Volkes Israel) ist ebenfalls ein Soldat!
Damit hat Jesus anerkannt, dass der Soldatenberuf notwendig ist (zwar nicht für das Reich Gottes), dass der Soldatenstand durch das Evangelium und durch das Kreuz nicht aufgehoben ist und dass auch Christen Soldaten sein können.
Diese gläubigen Soldaten üben ihr Kriegshandwerk nicht als eine Funktion im Reiche Gottes aus, aber nicht deshalb, weil sie gläubig geworden sind. Sie bleiben weiter in ihrem weltlichen Beruf.
Durch das Kreuz Jesu ist daher der Krieg und der Soldatenstand nicht aufgehoben. Es muss auch nach dem Kreuzestod Jesu eine bewaffnete Macht geben, die verpflichtet ist, die Aufträge der Staatsmacht notfalls mit Gewalt durchzuführen.

5. Die Stellung zur staatlichen Gewalt

Jesus nimmt eindeutig Stellung zu dieser Frage (Mt 22,17-21) und drückt damit aus, dass der Staat seine Berechtigung hat und dass auch Christen daran gebunden sind, dem Staat Gehorsam zu leisten (Verkehrsverhalten, Steuerehrlichkeit, Befolgen der Gesetze und Vorschriften). Staatliche Macht ist von Gott verliehene Macht (Röm 13, 1-7). Hinter der staatlichen Macht steht Gottes Wille, »die Guten zu loben und die Bösen zu bestrafen«. Staatliches Leben bedeutet immer, dass Ordnungen gefunden werden müssen, die ein friedliches Zusammenleben garantieren. Die Macht des Staates nützt seinen Bürgern und schützt sie.

 

b. Wie treffe ich eine Entscheidung?


Die Entscheidung über Wehr- oder Zivildienst ist eine Gewissensentscheidung (auch die über den Wehrdienst). Aber was ist eigentlich das besondere daran, und wie treffe ich eine wirklich begründete Gewissensentscheidung?
Grundsätzliche Fragen helfen mir weiter: Hat Militär überhaupt noch einen Sinn? Dient die Pflege behinderter Menschen nicht mehr dem Frieden?
Was ist überhaupt Leben? Was für Vorstellungen vom Menschen und vom Staat habe ich? Was sind meine eigenen ethischen Überzeugungen, was sind meine geistlichen Grundüberzeugungen? Vor welcher Instanz werden sie verantwortet?

1. Wertvorgaben

Durch das Gewissen kann ich mich kritisch mit dem auseinandersetzen, was falsch und richtig in meinem Leben sein soll. Es ist die Fähigkeit in mir, zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können.
Mein Gewissen lebt von der Vorgabe, die ich ihm gebe. D. h., welche Werte und Normen es bestimmen, welche Weltmaßstäbe ich zugrunde lege.
Für den Christen kann der Maßstab des Gewissens nur die Herrschaft Gottes in seinem Leben sein. Konkreter ausgedrückt ist es seine Beziehung zu Jesus Christus. Mein Gewissen lebt in der Gemeinschaft mit Jesus. Es fragt, wie hat Jesus entschieden und wie würde er entscheiden.
Es versucht, den Lebensstil Jesu umzusetzen. Es orientiert sich an der Anschauung Jesu über Geschichte, Staat, Gewalt, Zukunft usw. Das so bestimmte Gewissen ermutigt mich, Entscheidungen zu treffen, mit denen Jesus sich identifizieren kann.
Wie komme ich dahin? Indem ich mein eigenes Leben bewusst der Führung Jesu anvertraue und mein Leben der Herrschaft Gottes unterstelle.
In Psalm 32,8 wird beschrieben, wie sich so Entscheidungen vollziehen: »Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.«

2. Gottes Wort

Dazu gehört auch das Lesen der Bibel. Allerdings nicht im Sinne eines Orakelbuches. Doch Gott redet konkret zuerst durch sein Wort. Es liegt ein großer Segen auf der Beschäftigung mit dem Wort Gottes. Dein christlicher Lebensstil hängt weitgehend davon ab, wie du im Wort Gottes verwurzelt bist und wie du im Wort Gottes lebst!
In Josua i, 8 lesen wir:
»Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach allen Dingen ... Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten.«
Willst du Erfolg haben? Willst du ans Ziel gelangen? Auch in der Frage Wehrdienst oder Zivildienst? Lass dies Wirklichkeit werden in deinem Leben! Dann wirst du auf deinem Weg zum Ziel kommen (das Leben wird gelingen). Was du in deinem Sinn bewegst, prägt deinen Lebensstil!
Wenn du in Jesu Wort bleibst, bekommst du Antwort auf die Fragen deines Lebens. Du erkennst die Wahrheit (Joh 8,31-32). Sie hilft dir, bessere Entscheidungen für dein Leben zu treffen.

3. Gebet

Zum Lesen der Bibel gehört das Gebet dazu. Es ist eine der großen Möglichkeiten des Betens, mit Jesus deine Fragen und Unklarheiten, deine Ängste und Zweifel im Gebet zu besprechen. Gerade die Zeiten der Stille, des Betens, helfen, über eigene Motive und geheime Wünsche klarzuwerden und das Reden Jesu zu vernehmen.

4. Gemeinschaft

Du lebst als Christ nicht auf einer einsamen Insel. Du bist eingebunden in die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Es ist eine große Hilfe, wie die ersten Christen im Neuen Testament, die großen und kleinen Entscheidungen des Lebens miteinander zu besprechen, darüber gemeinsam zu beten, sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen, die getroffenen Entscheidungen auch durchzuhalten.
Gerade weil deine Gewissensentscheidung dir einen eigenen Weg mit Jesus Christus ermöglicht, ist es wichtig, zu unterscheiden, welche Maßstäbe dich oft unbewusst mehr leiten, als dir lieb ist. Hier ist das kritische Gespräch in der Jugendgruppe, im Hauskreis, mit Ältesten und in der Seelsorge notwendig.

5. Gewissheit

Irgendwann hast du dich entschieden. Zu deiner Entscheidung gehört auch, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Jede Gewissensentscheidung bringt Konsequenzen mit sich, die sich auch für andere nachteilig auswirken können (Gewalt ausüben ebenso wie die Unterlassung). In der Frage Wehrdienst leisten oder verweigern wird es die absolute, perfekte Entscheidung nicht geben können.
Wer sich aus Gewissensgründen entschieden hat, erklärt sich bereit, auch zur Schuld zu stehen, die seine Entscheidung mit sich bringen wird. Die Verantwortung hierfür kann auf niemanden abgewälzt werden. Aber das Angebot der Vergebung durch Jesus gilt auch für den, der in einer gefallenen Schöpfung seinen Weg gefunden hat, die Herrschaft Gottes zu leben.
Gerade weil in deiner Entscheidung Jesus der Maßstab für dein Gewissen ist, kannst du gewiss sein, dass Jesus deine Gewissensentscheidung mitträgt.

Autor und Copyright: Ulrich Weiß, Pastor und Oberleutnant d. Res.